Grundlagen
Sauna-Aufguss: Ablauf, Wirkung und richtiges Verhalten
Was bei einem Sauna-Aufguss passiert, wie er abläuft und wie du dich in der Kabine verhältst – damit der Aufguss für alle ein gutes Erlebnis wird.
Von SaunoraVeröffentlicht am 3 Min. Lesezeit
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Ein Aufguss ist der Moment, in dem eine Sauna lebendig wird: Wasser zischt auf den heissen Steinen, ein Duft breitet sich aus, und mit jeder Bewegung des Tuchs wird die Wärme spürbar intensiver. Damit dieser Moment für alle in der Kabine angenehm bleibt, lohnt es sich zu wissen, was dabei passiert und welche Gepflogenheiten gelten.
Was ist ein Sauna-Aufguss?
Beim Aufguss wird Wasser – meist mit einem Aufgussmittel versetzt – in kleinen Portionen über die heissen Saunasteine gegossen. Das Wasser verdampft sofort, die Luftfeuchtigkeit in der Kabine steigt kurzfristig an. Der Aufgiesser oder die Aufgiesserin verteilt die feuchte, heisse Luft anschliessend mit einem Handtuch oder Fächer im Raum.
Ein Aufguss ist also kein eigener Saunatyp, sondern ein Ritual innerhalb eines normalen Saunagangs. In vielen öffentlichen Saunen findet er zu festen Zeiten statt und wird angekündigt – oft mit Duft, Musik und einem klaren Ablauf.
Warum sich ein Aufguss so heiss anfühlt
Die Temperatur der Kabine steigt durch einen Aufguss kaum. Was sich ändert, ist die Feuchtigkeit: Der Wasserdampf kondensiert auf der vergleichsweise kühleren Haut und gibt dabei Wärme ab. Deshalb wirkt dieselbe Kabine nach dem Aufguss deutlich heisser als vorher.
Warme Luft steigt nach oben. Auf der obersten Bank ist es darum am heissesten, unten am mildesten. Wird mit dem Tuch gewedelt, holt der Aufgiesser die heisse Luft unter der Decke nach unten und bewegt sie an den Gästen vorbei – jeder Luftzug wird als Hitzewelle wahrgenommen.
So läuft ein typischer Aufguss ab
Jede Sauna hat ihren eigenen Stil, der Grundablauf ist aber fast überall ähnlich:
- Ankündigung: Der Aufguss wird ausgerufen oder steht auf einer Tafel. Kurz vor Beginn betreten die Gäste die Kabine.
- Begrüssung: Die Tür wird geschlossen, der Aufgiesser stellt kurz Duft und Ablauf vor.
- Aufgüsse in Runden: Wasser wird auf die Steine gegossen, danach wird die Wärme mit dem Tuch verteilt. Häufig gibt es mehrere Runden, die von Runde zu Runde intensiver werden.
- Abschluss: Nach der letzten Runde wird die Tür geöffnet. Wer möchte, bleibt noch kurz sitzen, die meisten gehen direkt zum Abkühlen.
Wie lange das dauert und wie viele Runden es gibt, ist nicht festgelegt. Mehr dazu im Artikel Wie lange dauert ein Sauna-Aufguss?
Richtiges Verhalten in der Kabine
Ein Aufguss ist ein gemeinsames Erlebnis auf engem Raum. Ein paar Regeln sorgen dafür, dass er für alle angenehm bleibt:
- Pünktlich sein. Sobald die Tür geschlossen ist, kommt niemand mehr hinein – jedes Öffnen lässt die Wärme entweichen.
- Vorher duschen und abtrocknen. Trockene Haut schwitzt schneller, und die Kabine bleibt sauber.
- Ganz auf dem Handtuch sitzen oder liegen. Kein Schweiss auf dem Holz, auch nicht an den Füssen.
- Ruhig sein. Gespräche stören die Atmosphäre und die Ansagen des Aufgiessers.
- Den eigenen Platz klug wählen. Wer die Hitze noch nicht kennt, setzt sich auf eine untere Bank und kann bei Bedarf höher rutschen.
- Auf sich hören. Wird es zu viel, darfst du die Kabine verlassen – am besten zwischen zwei Runden, ruhig und ohne die Tür lange offen zu halten.
Nach dem Aufguss
Nach der Hitze folgt die Abkühlung: zuerst frische Luft, dann kaltes Wasser – je nach Vorliebe unter der Dusche, mit dem Schlauch oder im Tauchbecken. Danach eine ausgiebige Ruhephase, bevor der nächste Saunagang beginnt. Wasser oder ungesüsster Tee zwischen den Gängen gehören ebenfalls dazu.
Häufige Fragen
Darf ich während eines Aufgusses die Sauna verlassen?
Ja. Niemand muss einen Aufguss durchhalten. Rücksichtsvoll ist es, zwischen zwei Runden zu gehen und die Tür nur kurz zu öffnen.
Wo sitzt man beim ersten Aufguss am besten?
Auf einer unteren Bank. Dort ist es spürbar milder als oben, und du kannst die Intensität gut einschätzen.
Warum wird beim Aufguss gewedelt?
Das Tuch verteilt die heisse, feuchte Luft unter der Decke im ganzen Raum und lenkt sie zu den Gästen. Ohne Wedeln bliebe die Hitze vor allem oben.